Kirschlorbeer giftig

Samen und Blätter bergen die höchste Gefahr.

 

Die Frage, ob der Kirschlorbeer giftig ist, muss tatsächlich positiv beantwortet werden. Allerdings besitzen nicht alle Teile des Gewächses hochtoxische Bestandteile. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, aus den kirschförmigen Früchten Marmelade oder Gelee zu kochen, vorausgesetzt, die Samenkerne wurden vorher alle entfernt.

Das Kochen zerstört die im Fruchtfleisch in geringem Umfang vorhandenen Blausäureverbindungen. In der Türkei ist zum Beispiel die Marmeladenherstellung aus Kirschlorbeerfrüchten geläufig.

 

Kirschlorbeer giftig – Gefahr für Kinder

Es betrifft vor allem Kinder, die sich an einem Kirschlorbeerbaum vergiften können, denn bei ihnen genügt bereits eine geringe Dosis. Um die gefährliche Blausäure freizusetzen, müssen sowohl die  Kerne als auch die Blätter zunächst sehr gut durchgekaut werden. Zum Glück besitzen weder die Kirschen noch die Blätter einen angenehmen Geschmack, so dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Kind tatsächlich viel davon verspeist. Da besonders die reifen Kirschen zum Naschen verleiten, sollten zumindest diese bis zu einer gewissen Höhe am Strauch entfernt werden. Das gilt auch für Kirschlorbeerhecken, die sich direkt an einem zur Schule führenden Gehweg befinden.

Kirschlorbeer-Kirschen

Kirschlorbeer giftig – auftretende Symptome

Als mögliche Folgen nach dem Verzehr von Teilen des Kirschlorbeers können Bauchschmerzen, Erbrechen, Schwindel und Übelkeit auftreten. Seltener sind Kopfschmerzen, eine auffällige Rötung des Gesichtes oder gar eine Reduzierung der Atmung. Alle genannten Symptome sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, wegen dringender Vergiftungsgefahr bedarf es dringend eines Arztes.
 

Kirschlorbeer giftig – auch für Tiere besteht Gefahr

Die giftigen Bestandteile des Kirschlorbeers stellen auch für Tiere eine potentielle Gefahr dar. Besonders Kühe, Schafe und auch Pferde können sich an den Sträuchern vergiften, wenn sie von den Blättern fressen. Auf Pferdekoppeln oder Schafs- bzw. Kuhweiden sollte auf diese Gewächse deshalb besser verzichtet werden. Selbst Katzen oder Hunde, die sich gelegentlich ebenfalls über Grünpflanzen hermachen, können betroffen sein.

 

Im Notfall den Rettungsarzt alarmieren

Allgemein kann man davon ausgehen, dass bis zu drei verzehrte Kernen selbst bei Kindern noch keine Vergiftungserscheinungen auslösen. In dieser geringen Menge hilft als Erste Hilfe reichlich Flüssigkeit. Bei einer höheren Aufnahme empfiehlt sich unbedingt die Alarmierung des Notarztes, insbesondere wenn es sich um ein Kleinkind handelt.

Um Vergiftungsunfälle 100 %-ig auszuschließen, ist es für Haushalte mit Kleinkindern eventuell sinnvoll auf  Kirschlorbeer gänzlich zu verzichten oder einen vorhandenen Kirschlorbeer umzupflanzen, am besten in eine hintere Ecke des Gartens, die nicht zum Spielen genutzt wird.